Nach einer ruhigen Nacht in einer Seitenstrasse in Palm Springs, machten wir uns am 4. November 2023 auf zum Palm Springs Aerial Tramway. Dies ist eine 1963 eröffnete Luftseilbahn bei Palm Springs. Von der Talstation in 806 m Höhe bis zur 2597 m hoch gelegenen Bergstation am Mount San Jacinto überwindet sie einen Höhenunterschied von 1791 m und mehrere Klimazonen. Die Bahn fährt dabei über fünf Stützen und legt eine schräge Länge von 3895 m zurück. Die höchste Stütze hat eine Höhe von über 69 m. Sie ist die grösste der vier rotierenden Luftseilbahnen der Welt, seitdem sie im Jahre 2001 von Garaventa umgebaut und mit einer ROTAIR-Kabine der CWA (Carrosseriewerke Aarburg) ausgestattet wurde, deren Standfläche im Inneren sich während der Fahrt um sich selbst dreht und spektakuläre Ausblicke auf das Tal gewährt. Diese Kabine hat einen Durchmesser von 5,5 m und fasst 80 Personen und den Kabinenbegleiter. Sie wiegt leer 10 t und beladen maximal 16,2 t. Nach einer zehnminütigen Fahrt hat man bei der Bergstation einen atemberaubenden Weitblick auf das Tal, Palm Springs und die Umgebung. Es werden zwei Filme über den Bau der Bahn und den Mount Jacinto State Park gezeigt. Nach ca. zwei Stunden stiegen wir wieder in die Bahn. War das eine Stimmung bei dieser Talfahrt, sowas haben wir doch noch nie erlebt. Wird in Zukunft irgendwo "Sweet Caroline" gespielt, wird diese Fahrt wohl immer in Erinnerung gerufen.
Weiter ging die Fahrt durch das Morongo und Yucca Valley bis nach Twentynine Palms. Beim Tortoise Rock Casino, welches gratis Plätze zum Übernachten zur Verfügung stellt, haben wir uns für zwei Nächte einquartiert. Von hier aus ist der Joshua Tree Nationalpark nur ein Katzensprung entfernt.
Am 5. November 2023 sind wir durch den Westeingang in den Joshua Tree Nationalpark gefahren. Er ist durch schroffe Gesteinsformationen und karge Wüstenlandschaften gekennzeichnet. Der Park wurde nach den für die Region typischen, bizarr geformten, stacheligen Josuabäumen (Yucca) benannt. Der Aussichtspunkt Keys View bietete einen tollen Blick über das Coachella Valley bis nach Palm Springs und den Mount Jacinto. Nach einigen Zwischenstopps haben wir den Park am Nordausgang wieder verlassen und sind zurück zu unserem nahe gelegenen Casino-Übernachtungsplatz gefahren.
Den Joshua Tree National Park haben wir tags darauf vom Nordeingang bis zum Südausgang durchquert. Auf dem Weg sind wir am Chollas Kaktusgarten vorbei gekommen. Hier wachsen besonders viele Teddy Bear Cholla Kakteen. Der Name kommt daher, dass sie von weitem flauschig aussehen, doch der Schein trügt, die Stacheln sind bis 2.5 cm lang und haben viele kleine Widerhaken. Unser Ziel war eigentlich der Salton See. Dafür mussten wir durch einen Canyon fahren, welcher sehr eindrücklich war. Die Gegend voll von Gemüsefeldern, Weinanbau und Dattelpalmen. Wir fuhren durch das Dorf Bombay Beach und waren schockiert, wie es dort aussah. Die Häuser verwahrlost, zugemüllt und mehrheitlich nicht mehr bewohnbar. Der Strand am Salton Beach zeigte ein gleiches Bild. Ungepflegt und überall lag Müll herum. Der heutige Saltonsee entstand als künstliches Gewässer. Der See hat keinen natürlichen Abfluss. Durch starke Verdunstung sinkt der Wasserstand, der Salzgehalt des Wassers sowie der Gehalt an Düngemitteln hat zugenommen. Es kommt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Ökosystems.
Daher sind wir weiter bis nach Brawley gereist, wo wir zur Abwechlung wieder mal beim Einkaufszentrum unseres Vertrauens übernachteten.
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